28.07.2006
Lyrik: 2006
Danach
(2006)
Unausgesprochen, nur gedacht
Nicht zu träumen gewagt
Ohne zu zögern verspielt
Für immer verloren gegangen
Eine mögliche Möglichkeit
Meine Gedanken sind noch bei ihr
13:30 Veröffentlicht in » Geschrieben | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken | Tags: Lyrik
29.05.2006
Limerick: 2003
Schneewittchen wohnte bei sieben Zwergen,
musst' sich dort vor ihrer Stiefmutter verbergen.
Sie sei die Schönste im ganzen Land,
so sprach der Spiegel an der Wand.
Ein Apfel sollt' ihr zum Verhängnis bald werden.
***
Einst lebte ein gestiefelter Kater
bei einem Müllerssohn Vater.
Bringt dem Sohn reichlich Glück
mit seinem Katergeschick;
wird selber königlicher Berater.
***
Eines Königs Tochter, die verteilte nur Hohn,
darauf gab ihr ihr Vater schließlich zum Lohn,
wie er sich's entsann,
einen Bettler zum Mann,
als sie Drosselbart verschmähte, den Königssohn.
***
Gibt's in deinem Reich 13 gar wunderschöne Feen,
dann lass sie auf alle deine Feste gehen.
Schließ nie eine von ihnen aus,
dann bist du immer fein heraus.
Dir wird es nicht wie Dornröschens Vater ergehen.
***
Er erschlug stolze Sieben auf einen Streich,
das brachte ihm manchen Ruhm ein sogleich.
Er war sehr geschickt,
fing sie mit 'nem Trick;
so machten sieben Fliegen ihn reich.
***
Es waren mal vier Musikanten aus Bremen,
die ließen es sich einfach nicht nehmen,
gemeinsam ein Liedlein zu singen,
um eine Bande Räuber zu zwingen,
ganz schnell reißaus zu nehmen.
17:55 Veröffentlicht in » Geschrieben | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken | Tags: Limerick
Haiku: 2005
ein frühlingsmorgen
zwei vögel ohne flügel
ertrunken im licht
(05.02.05)
***
In meiner Seele
Hinter den Bergen der Zeit
Land ohne Träume
(03.03.05)
***
Oh Tränensonne
Lass einen Regenbogen
Für mich erscheinen
(17.04.05)
17:50 Veröffentlicht in » Geschrieben | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken | Tags: Haiku
Haiku: 2003
Schneekönigin weiß.
Wird dein kaltes Herz nie heiß,
wenn Liebe es streift?
***
Eisherz, kalt und hart
Im eisigen Winterland
Liegt dein Königreich
***
Winterliche Nacht
Die Schneekönigin, sie lacht
Weiße Flockenpracht
17:45 Veröffentlicht in » Geschrieben | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken | Tags: Haiku
23.05.2006
Lyrik: 2005
Nichts von Wert
(2005)
Eine Freundschaft
Vergessen
Für ein bisschen Glück
Was bleibt?
Enttäuschte Hilflosigkeit
Und sonst ...
Nichts mehr von Wert
***
Das weiße Ross
(2005)
Vor den Toren der Stadt
Steht die Maid und erwart
Ihren weißen Ritter
Auf seinem weißem Pferd
Kommt er daher geritten
Das Haupt stolz erhoben
Doch aus der Ferne schon
Kann die Maid sehen
Die weiße Farbe blättert
Allein kehrt sie zurück
In die grauen Ruinen der Stadt
Wo ihre Träume warten
Reiter und Ross sehen ihr nach
Doch sie blickt nicht zurück
Zum grauen Ritter auf grauem Ross
***
Der Alp
(2005)
Des nächtens sitzt ganz dicht bei mir
Ein Alp an meinem Bettchen hier
Er lebt von Sorgen, Angst und Not
Sodass im Traum mir Schlimmes droht
Ich spür' die Kälte seiner Hand
Die bisher jedes Dunkel fand
Still lieg ich da in seinem Griff
Und warte, dass sein Kuss mich trifft
Dann schreck' ich auf
Und schreie laut
Der Morgen graut ... und er ist fort
14:30 Veröffentlicht in » Geschrieben | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken | Tags: Lyirk
Lyrik: 2003 - 2004
ICH
(2003)
Bin Illusion, bin Lug und Trug
Bin Leere nur in Grau gehüllt
Die Einsamkeit zerfrisst mich,
doch kann ich die Mauer meiner
Schatten niemals niederreißen
***
Für die Drachenbande
(2003)
Bin kein Reimer, kein Bänkelsänger
oder ein pfiffiger Rattenfänger.
Bin nur ein einfacher Wandersmann,
der nichts anderes als singen kann.
Meine Füße staubig vom Schmutz der Reise,
meine Haare struppig und voller Läuse.
Dennoch, sprechen muss ich, dass ist gewiss,
und so trag ich vor mein armseliges Gedicht:
„Furchtlose Drachenwesen noch und nöcher,
allesamt strahlend stolze Herzensbrecher.
Sie verführen zum Träumen von fernen Welten,
wo Helden noch an prasselnden Feuern zelten,
wo glänzende Elfenaugen im Dunkeln funkeln,
und pfiffige Gnomen von wilden Festen munkeln.
Ein jeder dort von einer Bande Drachen spricht,
die immer wieder durch Charme und Witz besticht.
So hoffen wir alle noch auf unzählbare Jahre,
in der sie verlieren weder Zähne noch Haare
oder jenes Feuer, das allen Drachen zu eigen ist,
damit die Flamme der Phantasie nie verlischt.“
_________________
(Erklärung: Für Sylvia & ihre Drachenbande)
***
Lornes Leben
(2003)
Die bloßen Füß' führ'n mich voran,
Wohin der Weg mich tragen kann.
Mal bin ich hier, mal bin ich da,
Nur Vendis weiß, wo ich schon war.
Von Sarnamar niemals gewollt,
Habe ich nach Yashior gesollt.
Von dort konnte ich nach Qyêpla flieh'n,
Um schließlich nach Talyra zu ziehen.
Ich sehe mir die Leute an,
Und lach' in ihr Gesicht sodann.
Ein Wimpernschlag, ein süßer Blick,
Schon hab' ich sie am Seidenstrick.
Stehl' mir von ihrer Zeit ein Stück,
Und geb's ihnen niemals mehr zurück.
Leer’ ihre Taschen ganz in Ruh'
Alsbald entschwinde ich im Nu.
_________________
(Erklärung: Teilzusammenfassung der Lebensgeschichte meines Weltenstadt-RPG-Charakters Lorne)
***
1001 Nacht [a]
(2003)
Tausend und eine Nacht
Hab ich an dich gedacht
Dann hab ich dich vergessen
Das Thema war gegessen ...
***
Heart in Atlantis
(2003)
You took my heart away
Now it's lost and forgotten
That's why it's
A Heart in Atlantis
***
Die Raben des Lords
(2003)
Rabenschrei getragen vom tosenden Wind,
dunkle Schatten am Firmament.
Schwarze Federn küssen der Sterne Licht,
fliegen dann ins düstere Nichts.
Kalte Augen schweifen ruhelos umher,
und schon bald ist diese Welt nicht mehr.
Denn, der Herr der Raben,
er kommt!
***
Lilith
(2003)
Lilith, die Erste; Lilith, die Eine.
Lilith, die Frau, die noch nie weinte.
Lilith, die hasst; Lilith, die liebt.
Lilith, die Frau, die niemals vergibt.
Lilith mit dem blutenden Herzen,
erfüllt von bittersüßen Schmerzen.
Lilith mit den trunkenen Augen,
die nie ans Paradies will glauben.
Lilith mit der schwarzen Seele,
die das Böse von Anbeginn begehrte.
***
5:30 am
(2004)
In der Dunkelheit
Wachgehalten von Erinnerungen
Schlaflos liegend
Mit offenen Augen
Regungslos wartend
Ein Auto fährt vorüber
Katzenjammer in der Stille
Kalte Tränen
Nagende Zweifel
Rastlose Gedanken
Halten den Schlaf fern
Der Morgen naht
Die Dunkelheit entschwindet
Der Wecker schrillt
Endlich 5:30 am
***
Bonebreaker
(2004)
He comes to you through darkness
He comes to you through fear
He never gives forgiveness
He never cries a tear
And the rattling bones whispers
He will break you
(Like us)
***
Die Teufelsrose
(2004)
Tot liegt die Stadt
in Schlafes Ruh'
Die Teufel aber wachen
über schwarze Rosen
Im Dunkel heimlich erblüht,
um zu verwelken
Das Haupt zu betten
auf tote Erde
Schon weicht ihr Duft
der schalen Verwesung
So fallen unsere Seelen
von Engeln geschnitten
***
Glasengel
(2004)
Sein Körper aus Glas
glänzt in der Sonne
und kein einziger Makel
ist an ihm zu sehen
Strahlend schön lächelt er
in die dunkle Welt
und die Schatten küssen
seine sanfte Stirn
Weder Angst noch Furcht
kennt sein gläsernes Herz
Zu spät erkennt er darum
die drohende Gefahr
Und schließlich zerspringt er
in tausend kleine Stücke
Sie fliegen in die Welt
und kommen nie zur Ruh
Herzen, in denen sie wohnen
zerbrechen schließlich ebenso
Denn für die Schwärze der Welt
sind sie nicht geschaffen
***
Dein goldenes Herz
(2004)
Dein Herz aus Gold
kann dich nicht retten
Mich gelüstet es nach dir
und deine Unschuld
ist Verlockung pur
Ein Kuss von mir
schwärzt deine schöne Seele
Und all die Engel weinen
Fortan bist du verloren
an meine Finsternis
Dein Herz aus Gold
ist für immer verdammt
Dich gelüstet es nach mir
Tritt deine Unschuld
in den Staub
Gold wird zu Pech
Dein Herz erkaltet schon
Und all die Teufel frohlocken
Fortan sollst du unsere
dunkle Königin sein
***
Eine Rose für den Tod
(2004)
Im Dunkel leben
Im Schatten stehen
Die Toten sehen,
wenn sie gehen
Ein letzter Kuss
für deine kalten Lippen
Eine letzte Rose
als Abschiedsgruß
Ein letzter Tanz
auf deinem Grab
Im Dunkel lebt er
Im Schatten steht er
Die Toten holt er,
wenn sie gehen
Stumm nicke ich ihm zu und
reiche ihm eine welke Rose
Er geleitet dich hinfort
Ich sehe dich nur noch
im Nebel verschwinden,
um das Leben zu verlassen
Im Dunkel lebe ich
Im Schatten stehe ich
Beweine die Toten,
wenn sie gehen
***
My Lost Lenore
(2004)
Your eyes in the dark
Without only one spark
Bloodtears on your face
There's no more grace
You're lost in a world of death
Playing with the reaper chess
But this game you can not win
Because gambling is a bitter sin
Lenore, go down to the rivers
Your fragile body shivers
And Charon is waiting
For you
***
Kaguyahime
(2004)
Dein Totenhemd aus zarten Nebeln,
blutbefleckt vom ersten Mond
Deine zitternden Schenkel,
geschunden von groben Händen
Dein schönes, stolzes Gesicht,
geschmückt von blassblauen Veilchen
Dein einst so warmes Herz,
gefroren zu kaltem Mitternachtseis
Der schimmernde Stahl,
bedrohlich in deiner weißen Hand
O komm, Prinzessin Kaguya,
folge mir rasch, so sehnsüchtig
erwartet der Mond deine Heimkehr
_________________
(Erklärung: Jap. Mondprinzessin)
***
Dreams
(2004)
They're sailing
with silver ships
under a pale moon
on the oceans of time
And at the edge of a dream
the waters are falling
into eternity
They're walking
over to the other side
But stars will never shine
when they're gone
***
"Weiße Rose"
(2004)
Sechs Blätter verweht
durch kalte Winde
auf trostlosen Plätzen
Februars Tag vergeht
hinter rostigen Riegeln
bei einer Zigarette
Weiße Rose verblüht
in schweren Zeiten
an dunklem Ort
Schweigen zieht auf
bedeckt unter Lärmen
des Todes Stille
_________________
(Erklärung: Münchner Widerstandsbewegung, 1942/43)
***
The Angel standing in the Sun
(2004)
The sun
A golden ball of light
Flying birds
Over the angels head
A dance
Of beautiful colours
My soul is lost
Inside a picture
From the past
***
Lands End
(2004)
Every morning we're standing
waiting at the coast of Lands End
In the fog we see the white sails
getting closer with the wind
Seagulls circling high above us
silver fish swimming in the deep
Kisses flying through the cold air
and golden hair flying in the sun
But Elise standing alone
waiting for her dead man
who will nevermore come home
***
Die kleine Meerjungfrau
(2004)
Messer für den Schmerz
und ein gebrochenes Herz.
Ihr Körper zerfällt zu Schaum,
das Ende eines letzten Traums.
***
"Kristallnacht"
(2004)
Zerbrochenes Glas
auf braunen Straßen
des Wahnsinns
Zerbrochene Herzen
in trostlosen Lagern
der Resignation
Zerbrochene Welten
in leeren Augen
der Unschuld
Zerbrochene Nacht
über verlorenem Land
voller Grausamkeit
_________________
(Erklärung: 9./10. November 1938)
***
Gedankengespinste
(2004)
Wir waren Kinder
und in Luftschlössern zuhaus'
Fern der Realität
Wir wurden gefangen
und in Ketten gelegt
zum Vergessen verdammt
Wir konnten fliehen
von unseren Träumen getragen
von dannen ziehen
***
Deine Augen
(2004)
Ich blicke in deine Augen
Wie in eine fremde Welt
Trügerisch Blau wie der Ozean
Glasklar und spiegelnd im Licht
Alles verschlingend bei wütendem Sturm
Einmal ruhig und einmal wild
Schön und doch gefährlich zugleich
Wirst du mich retten,
wenn ich darin ertrinke?
***
Puppentränen II
(2004)
Blutig ihr Kleid
Leer ihre Augen
Lautlos ihr Schrei
Ewig ihr Schmerz
Zerbrochen wie eine Puppe
Lieblos zu Boden geworfen
Von groben Händen zerstört
In tiefe Verzweifelung gestürzt
Im Kummer versunken
In Trauer ertrunken
Tränen
Niemals geweint
***
23. April 1014
(2004)
Dein Tod erwartet dich in dieser Schlacht,
denn darüber habe ich keine Macht
Lass ruh'n die Axt, leg' fort das Schwert
damit dein Leben noch etwas währt
Nur einen Tag, das reicht schon aus,
schick' alle Krieger geschwind nach Haus'
Sie erringen den Sieg und auch dein Ende,
so fällst du dem Tod heute noch in die Hände
Dies waren die Worte der Frau Aoibheall,
deren Wahrheit O'Hartigan zum Opfer fiel
Er zog in die Schlacht, gegen jeden Rat,
Clontarf wurde so sein eigenes Grab
Die Sonne versank hinterm blutigen Felde,
dort die Seherin Aoibheall die Toten zählte
Schmerzend erklang ihr Klagen über den Höh'n,
noch heute kann man sie manchmal dort weinen seh'n
_________________
(Erklärung: Schlacht von Clontarf, Irland)
***
titellos
(2004)
aufgelöst in fragen
sitzt der gedanke im wind
zerfällt in tausend splitter
niemals wieder werden sie vereint
schon stechen sie in herzen
verwirrende sehnsucht kommt auf
taumelnd streifen wir umher
gefühle zeigen wird zur qual
missverständnisse kommen auf
verweifelt treiben wir auseinander
***
Im Walzertakt
(2004)
Unsere Herzen hängen an Dingen,
die die Welt nicht braucht
Das Leben erstickt am Überfluss,
den wir mit Geld teuer erkauft
An Tand wir unsere Seelen knüpfen,
vorm Mammon unsere Hüte lüpfen
Ein neuer Teufel wird geboren
Und was wir uns zu retten schworen,
ist lange, lange schon verloren
Machthunger heißt der Gott,
der nun regiert
All das Elend auf dem Erdenrund
eigens für uns von ihm kreiert
Und wir tanzen im Walzertakt
über unsere eigenen Gräber
Eins, zwei, drei …
Eins, zwei, drei …
… sin' al fine
_________________
(Erklärung: sin’ al fine = it. bis zum Ende)
14:25 Veröffentlicht in » Geschrieben | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken | Tags: Lyrik
Lyrik: 2000 - 2002
Der König der war
(2000)
In Camelot einst ein König lebte,
dem erhörte die Göttin alle Gebete.
Ein treuer Freund an seiner Seite stritt,
bis eine schöne Frau in ihre Mitte tritt.
Die erwählte Gemahlin, sie küsst den Gemahl,
obschon der Ritter ist ihres Herzens Wahl.
Und so Morgaine, die Schicksalsbraut,
ihres Bruders düsteres Ende schaut.
Ein Kind sie ihm schenkt, Neffe und Sohn,
der mit Mord will besteigen den britannischen Thron.
Guinevere hingegen unfruchtbar bleibt,
des Schicksals Lauf sie schließlich ins Kloster treibt.
Am Ende sind alle und jeder bloß Staub,
und die Göttin ist ihrer tapferen Kinder beraubt.
Nun harrt tief unten im stillen Grab,
der König, der war, auf jenen Tag,
an dem der König, der sein wird,
jenen dichten Nebeln glücklich entrinnt,
die Avalon schützend um ihn spinnt.
***
Judit schön
(2001)
Der Krieg vor Betulias Toren lag,
Ein mächtiges Heer, welches wuchs Tag um Tag;
Sein Feuer ließ Dörfer und Städte brennen,
Die Unschuld um ihr Leben rennen.
Eine einzelne Frau sich des Schicksals nimmt an,
Den Herrn fragt, wie man den Tod bezwingen kann;
Er sprach, leg ab dein Witwenkleid, mein treues Kind,
und werd' so kraftvoll wie sonst nur der Wind.
Dem Holofernes das stolze Haupt schlag ab,
Und vor Betulias Mauern trag es zu Grab;
Da zog sie hin in Geschmeide gehüllt,
Ihr Herz mit Gottes Stärke gefüllt.
Mutig betrat sie des Feldherrn berüchtigtes Reich,
Bei ihrem Anblick sein harter Blick wurde weich;
Sein prachtvolles Zelt sie alsbald betreten darf,
Wo er sich trunken von Wein auf sein Lager warf.
Indes es geschah, dass Nächtens die Schöne den Sieg errang,
Und die grausamen Perser zu Boden zwang;
So überwand weibliche Schönheit, männliche Stärke,
Mit Gottes Zuspruch ging sie zu Werke.
***
Verlorene Liebe
(2002)
Sieh mich an, ich bitte dich.
Sieh mir ehrlich ins Gesicht.
Sieh wie meine Tränen fließen,
sich in die Unendlichkeit ergießen.
Sieh die Schwärze in der Nacht.
Sieh was Licht aus Dunkel macht.
Sieh wie wir vergehen, verwehen,
uns gewiss nie wieder sehen.
Sieh wie unsere Liebe verlischt.
Sieh wie kalter Regen sie wegwischt.
Sieh was wir verloren haben,
die höchste, schönste aller Gaben.
***
Kalter Regen
(2002)
Tränen am Fenster,
so schön und klar,
kalt und traurig.
Nur kalter Regen?
***
Die letzte Seite
oder Aus dem Buch des Lebens
(2002)
Der Wind, er schlägt die Seiten auf,
aus sprödem Pergament.
Und singt sein schönstes Wiegenlied,
das keiner von uns kennt.
Herr Tod dazu die Sense schwingt,
im leichten Dreivierteltakt.
Der Vorhang hebt sich,
und endlich beginnt der allerletzte Akt.
***
Er hört nicht
(2002)
Unsichtbar, doch da,
schau nur es ist wahr:
Blut fließt zu jeder Zeit,
getrieben von Grausamkeit.
Schmerzen nur immerfort,
ganz gleich an welchem Ort.
Herzen vor Trauer so schwer,
und Pein aller Seelen Herr.
Doch Rufe zum Himmel verhallen ungehört,
sodass Nichts die göttliche Ruhe stört.
***
Unsichtbar
(2002)
Unsichtbar, doch da,
bin ich dir ganz nah.
Siehst mich kein Mal an,
- nicht mal dann und wann!
Bin niemand, bin nur Staub.
Bin wie totes Laub.
Farblos, stumm und blass.
Trifft mich nicht mal dein Hass.
Bin unsichtbar.
Nicht sichtbar.
***
Im Zeichen der Libelle
(2002)
Filigrane Flügel.
Eingefroren.
Im Moment vollkommener Bewegung.
Ein graziöser Körper.
Gefangen.
Im Moment vollkommener Bewegung.
Eine ewige Liebe.
Schwebend.
Im Moment absoluter Vollkommenheit.
Zwischen Himmel und Erde.
***
Splitter
(2002)
Sind wie kleine Ritter.
Wie ein Nachtgewitter.
Werfen dich zu Boden.
Singen schlimme Oden.
Hindern dich am Gehen, am Stehen.
Lassen dich verschwommen Sehen.
Schmerzen bitter in der Wunde.
Sprechen nur von schnöder Kunde.
Lähmen Gedanken, Herz, Verstand.
Fressen Bösem aus der Hand.
Hassen was du Gutes denkst.
Was an Liebe du verschenkst.
Treten kräftig in den Bauch.
Beißen in die Seele auch.
Reißen ganze Welten ein.
Träume werden Trümmer sein.
***
Zerrissen
(2002)
Ich sitze am Fenster und sehe hinaus,
die Wut in mir brodelt, ich halt es kaum aus.
Zu Fäusten sind meine Hände geballt,
sie schlagen die Wand ohne Sinn oder Halt.
Wo Liebe brannte, da wohnt nun mein Zorn,
Grimm in mir sticht, wie ein rostiger Dorn.
Ich will dich verfluchen, doch kann ich es nicht,
die Trauer um uns, sie hat noch Gewicht.
Rachegefühle mein Herz beflecken,
ich will meinen Schmerz nicht länger verstecken.
Doch streng geh ich selbst mit mir ins Gericht,
ich will dich hassen und auch wieder nicht.
***
Die Universität
-Keine Ode-
(2002)
Unsere Uni: Große Säle, müde Gesichter,
Professoren so streng wie Richter.
Der antiquierte Verwaltungsapparat,
er schreitet nur halbherzig zur Tat.
Schnöder Mammon hier alles regiert
und so unsere Ausbildung demontiert.
Über dies alles herrscht der Präsident,
den an der Uni kaum einer kennt.
Ok, zu Feiern da putzt er sich raus,
doch sonst bleibt der Gute lieber zuhaus'.
Massenvorlesungen den Alltag bestimmen
sodass kein Student kann ihnen entrinnen.
Am Ende der Semester Klausuren anstehen,
die leider nur selten glimpflich ausgehen.
Manch einer frustriert das Handtuch schmeißt,
während die Uni jede Schuld weit von sich weißt.
Wer aber schließlich dieser Hölle entrinnt,
sich hoffentlich auch an was Schönes entsinnt.
Drum rat ich Euch: Nur nicht verzagen,
und manchmal auch ein Risiko wagen.
***
Das Gedicht vom Schatz der Ratz
(2002)
Tief im Erdschoß liegt verborgen
ein gar geheimnisvoller Schatz.
Holen wollen wir ihn morgen,
und stehlen ihn den grauen Ratz.
Fern im Tunnel klingen ihre Stimmen
und Laute aus den Schatten dringen.
Bald werden sie vor Wut ergrimmen,
wenn wir den Schatz von dannen bringen.
Doch ist das Gold ans Licht gebracht,
ganz jäh zerfällt die schöne Pracht.
Freilich die Ratzenschar bös' triumphiert,
denn wir, wir wurden gründlich angeschmiert!
Gold ist nur noch Schmutz, Stein und Gebein,
der Schatz soll ewig nun verloren sein!
Aus Silber wird Staub und faules Laub,
dies ist gerechte Straf' für feigen Raub.
***
Die Windsbraut
(2002)
Tanze. Tanze. Tanze.
Wild und ungestüm.
Liebe Sturm den Nichts aufhält.
Bin frei. Bin ich. Bin ganz.
Die Windsbraut.
Bin Sturm. Bin Wind. Bin Böe.
Auf Berg. Auf Land. Auf See.
Tanze. Tanze. Tanze.
Gebändigt nicht von Zwang.
Gebunden nicht von Fesseln.
Gehalten nicht von Ketten.
Will nur eins:
Will tanzen, tanzen, tanzen …
Und hebe die Stimme zum Gesang.
Mal wild, mal sanft; mal laut, mal leise.
Zornig, traurig, trotzig, stolz.
Geradeso wie es mir beliebt,
meine Stimmung wiedergibt.
Bin eine Braut.
Doch ohne Mann.
Er legte mir nur Fesseln an.
Mein Herz fängt keiner ein,
es ist für immer mein,
soll niemals anders sein.
Denn ich bin:
Die Windsbraut.
Ich bin.
Frei.
…
14:00 Veröffentlicht in » Geschrieben | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken | Tags: Lyrik
Lyrik: 1996 - 1997
Schmetterling
(1996)
um ihn herum ist es dunkel
und eng
etwas erwacht in ihm
möchte frei sein
schon bewegt er sich
mit all seiner kraft
das gefängnis hält nicht länger stand
auf einmal spürt er die wärme der sonne
noch einwenig zerknittert
aber frei!
der sanfte wind tut ihm gut
mutig breitet er seine flügel aus
fliegt davon
***
Heldenmut
(1997)
Der Arme,
teilt mit dem Ärmsten.
Der Schwache,
hilft dem Schwächsten.
Der Kranke,
pflegt den Todgeweihten.
…
***
Einsamkeit
(1997)
Ein grüner Baum -
Mitten in einer Wüste
(aus Beton)
***
Tod
(1997)
Wie ein Schatten,
gegenwärtig!
Lebenslange Flucht,
ohne Hoffnung!
In ferner Zukunft,
nah!
13:45 Veröffentlicht in » Geschrieben | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken | Tags: Lyrik