09.11.2009

Glasperlenkurs

Am Wochenende haben eine Freundin und ich in der Kreativen Werkstatt einen dreistündigen Glasperlenkurs besucht, einfach mal so zum Reinschnuppern. Die Idee dazu einstand, nachdem wir auf einem Mittelaltermarkt einen Stand mit selbst gemachten Glasperlen entdeckt und dessen tolle Auslagen bewundert hatten.

gpk01.jpgGearbeitet wurde sowohl am Eingas- als auch am Zweigasbrenner, wobei ich am Eingasbrenner begonnen habe, was, wie ich finde, ein guter Einstieg für mich war: Die Flamme des Eingasbrenners ist nämlich weniger heiß, als die des Zweigasbrenners, sodass das Glas darin weniger schnell 'schmilzt' und einem sehr schnell 'zerläuft'. Kurz gesagt, man kann einfach etwas langsamer arbeiten, während man am Zweigasbrenner schon recht flott sein muss.

gpk02.jpg Angefangen haben wir damit, Strings zu ziehen, um erst einmal ein Gefühl für das sich erhitzende Glas und den Brenner zu bekommen – und um ganz nebenbei das Ausgangsmaterial für kleinere Verzierungen anzufertigen. Den Ablauf stelle man sich bitte folgendermaßen vor: Man sucht sich einen Glasstab in der Farbe aus mit der man später Verzierungen (z.B. Punkte) setzen möchte. Damit das Glas nicht splittert, erwärmt man es vorsichtig im hinteren Teil der Brennerflamme indem man ein wenig damit in der Flamme 'herumwedelt'. Ist das Glas warm genug, kann man weiter vorne in der Flamme arbeiten, wo die Hitze größer ist. Hat sich ein ausreichend großer Glastropfen gebildet, ein Blob, dann geht man schnell aus der Flamme, fasst ihn mit einer kleinen Zange und zieht das Glas solange bis es erstarrt. Nun hat man quasi einen hauchdünnen Glasstab, den man in der Brennerflamme vom Hauptstab trennt. Fertig ist der String.

gpk03.jpg Als nächstes haben wir direkt damit begonnen kleine Perlen zu drehen. Man überlegt sich, welche Glasfarben und -sorten man kombinieren will, sucht sie heraus, legt sie bereit und dann geht es los. Hat man einen schönen großen Blob erzeugt, dann greift man nach einem dünnen mit Trennmittel beschichteten Metallstab, den man zuvor auch ein wenig erwärmt hat und lässt den Blob darauf fallen, während man den Stab behutsam dreht. Reicht die Glasmenge, dann legt man den Glasstab beiseite und konzentriert sich anschließend voll und ganz auf die Anfertigung seiner allerersten Glasperle. Durch drehen in der Brennerflamme wird die Perle geformt, zudem gibt es diverse Hilfsmittel, mit denen man das Glas in die gewünschten Formen bringen kann.

gpk04.jpg Ist man mit der Grundperle zufrieden, dann arbeitet man im weniger heißen Teil der Flamme weiter. Nun kommen z.B. die Strings zum Einsatz. Mit ihren dünnen Enden kann man beispielsweise wunderbar Punkte setzen. Diese können a) wie kleine Spitzen auf der Perle sitzen oder b) durch längeres Arbeiten im Feuer in die Perle einsinken. Zum Auskühlen wurden die fertigen Perlen zum Schluss in kleine angewärmte Töpfe mit Pottasche gesteckt, da das Glas sonst platzt, wenn es zu schnell erkaltet.

Wenn man soweit gekommen ist, dann ist einem klar, dass es schon ein wenig Übung braucht, um wirklich regelmäßig geformte Perlen zu drehen und das es gar nicht so einfach ist irgendwelche besonderen Figuren zu gestalten. Wir haben uns immerhin an Tropfen bzw. Herzen versuchen können, was für blutige Anfänger wirklich schon schwer genug ist – an kleine Frösche etc. war jedenfalls noch nicht zu denken.

Drei Stunden und etliche Perlen später waren wir überrascht wie schnell die Zeit beim Perlendrehen doch vergeht und wie süchtig diese (als Hobby leider sehr teure) Kunst machen kann. Ich für meinen Teil würde sehr gerne weiter experimentieren, auch daheim, wenn ich die nötigen Voraussetzungen dafür schaffen könnte. Auf jeden Fall war es ein Heidenspaß.

PS Auf glasperlendrehen.de gibt es auch eine bebilderte Anleitung für die Anfertigung einer einfachen Glasperle: Klick.

07.11.2009

Tord Gustavsen Ensemble

Gleich vorweg, um ganz ehrlich zu sein: Das letzte Konzert, dass wir uns in diesem Jahr bei Enjoy Jazz in der Alten Feuerwache angehört haben, hat mir so zum Abschluss nicht so wirklich gefallen. Das hat allerdings eher weniger mit der Musik von Tord Gustavsen zu tun, die fand ich eigentlich ganz in Ordnung, auch wenn sie mich nicht gerade vom Hocker gehauen hat. Es hätte ab und an ruhig mal ein paar flottere Stücke geben können, aber sonst... nett.

Unangenehm hingegen war a) die Tatsache, dass die Feuerwache bei diesem Konzert über die gesamte Saallänge bestuhlt war, b) die Bestuhlung b) extrem eng stand und c) dass das Publikum heute Abend ausgesprochen unruhig war, was sehr gestört hat. Ständig wurde irgendwo getuschelt, immer wieder mussten sich Leute zur Bar durchkämpfen um leere Gläser zurückzubringen und volle zu holen und immer wieder wurden Gläser umgestoßen. Darunter litt dann auch leider die Atmosphäre im Saal und man konnte sich nicht völlig auf die Musik einlassen. Schade.

05.11.2009

Samsas Traum

Gestern Nacht waren wir im Frankfurter Batschkapp zu Besuch, um das Konzert von Samsas Traum zu hören. Ich persönlich war, ich gebe es zu, am Anfang arg skeptisch - immerhin ist die Musik von Alexander Kaschte nicht unbedingt nach jedermans Geschmack. Und (abgesehen von den Sachen auf dem a.Ura-Album) kannte ich bis dato nicht sehr viele Stücke von Samsas Traum.

Was soll ich sagen, mittlerweile höre ich mich durch sämtliche Alben, die meine bessere Hälfte so hat - sprich alle - und kann kaum afhören. Das Konzert selbst fand ich ejdenfalls einfach genial. Ok, auf die Vorbänd hätte ich verzichten können, aber gut. Die Stimmung war super, Alexander Kaschte überraschend sympathisch und die Musik mitreißend.

19:40 Veröffentlicht in » Gehört | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken | Tags: konzert

01.11.2009

Richard Bona

Das vorletzte Konzert, das ich heute im Rahmen von Enjoy Jazz besucht habe, war von Richard Bona. Besonders beeindruckend fand ich den musikalischen Werdegang des Jazz-Bassisten aus Kamerun...

...und seine lockere Art mit dem Publikum umzugehen und auf der Bühne Späße zu machen. Die Stimmung im Konzertsaal war jedenfalls riesig - und auch wenn ich Musik dieser Art sonst eher weniger höre, so konnte ich kaum ruhig auf meinem Platz sitzen.

Alle Einträge